Übergangslösungen - wenn dein Hund noch nicht entspannt zuhause bleiben kann

Übergangslösungen, wenn dein Hund noch nicht alleine bleiben kann

Jedes Alleinsein ein Trauma – und wir fangen von Vorne an

Wichtig: Jedes Alleinesein, bei dem die bekannten Verhaltensmuster auftreten, ist für einen Hund, der unter Trennungsangst leidet, wie ein Trauma. Der Erfolg wird mehr oder wenig vollständig zu Nichte gemacht. Und ihr fangt wieder von vorne an. Aus diesem Grund solltest du es – nicht nur um des Erfolges Willen sondern vor allem Wegen dem Wohlergehen deines Hundes – absolut vermeiden, dass dein Hund alleine bleibt, solange er sich  noch nicht daran gewöhnt hat.

Übergangslösungen - wenn dein Hund noch nicht entspannt zuhause bleiben kann

Ja, das hört sich unmöglich an. Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass es das nicht ist. Ich habe es mittlerweile geschafft, das Shae seit gut 3 Monaten nicht mehr alleine Zuhause war! Mittlerweile ist sie während der Woche täglich bei einer Pflegefamilie. Ich bringe sie morgens hin, hohle sie nach der Arbeit wieder ab. Ihr geht es gut, sie ist den ganzen Tag beschäftigt, was will ich mehr!

Es gibt mehr Möglichkeiten, als du vielleicht denkst!

Arbeitgeber

Sprich mit deinem Arbeitgeber, vielleicht ist es möglich, dass du deinen Hund – zumindest übergangsweise – mit zur Arbeit bringst. Viele Arbeitgeber möchten keine Hunde auf der Arbeit. Schon alleine aus dem Grund, dass dann jeder Kollege plötzlich mit einem Hund auftaucht. Wenn du jedoch deine Problemsituation klar machst, dann gibt es vielleicht einen Weg. Sage ganz deutlich, dass es eine Ausnahme ist und nur für ein paar Wochen / Monate, bis dein Hund gelernt hat, alleine zu bleiben.

HUTA – Hundetagesstätten & Pensionen

Eine sehr gute Lösung – aber auch definitiv die teuerste – ist eine Hundetagesstätte (HUTA). Hier ist der Hund den ganzen Tag mit anderen Hunden zusammen. Er ist nicht alleine, wird bespaßt und hat zudem noch Kontakt mit Artgenossen. Das ist natürlich nur eine Lösung für Hunde, die mit anderen Hunden verträglich sind. Auch solltest du bedenken, dass hier einige Kosten auf dich zukommen. Mit 250 bis 400 € pro Monat ist zu rechnen.

Bevor du deinen Hund in eine HUTA oder Hundepension gibst, solltest du unbedingt abklären, ob er wirklich den ganzen Tag betreut wird. Denn es gibt auch Pensionen, da sitzt der Hund den ganzen Tag im Zwinger und kommt nur mal für kurze Zeit in den Freilauf. Für einen Hund, der nicht alleine bleiben kann, ist das keine Lösung!

Freunde & Familie

Gerade in der Übergangszeit, wenn du noch keine dauerhafte Lösung gefunden hast, frag Freunde und Familie. Mit ein bisschen Glück findest du jemanden, der die Lücken füllt. Zu Beginn hatte ich noch niemanden, der wirklich jeden Tag konnte. Daher habe ich – ja ich kam mir manchmal nervig vor – ständig in meinem Freundeskreis rumgehört, ob nicht jemand zufällig Urlaub hat oder Krank zuhause ist und ein bisschen flauschige Gesellschaft benötigt. Ich kann nur sagen, dass ich in solchen Momenten wieder gemerkt habe, was für tolle Freunde und Familie ich habe!

Private Hundebetreuung

Perfekt ist eine private Hundebetreuung. Jemand, bei den du deinen Hund vor der Arbeit bringen und nach der Arbeit wieder abholen kannst. Diesen Weg bin ich gegangen. Hierzu habe ich ein Gesuch auf Facebook und diversen regionalen Portalen veröffentlicht. Auch ein Aushang beim Tierarzt, etc. kann hilfreich sein. Wenn du in einer Studentenstadt wohnst, dann veröffentliche doch auch einen Post in den Facebookgruppen der Uni oder mache einen Aushang am Campus. Nur über Facebook (Studentengruppe) und eine Anzeige auf einer regionalen Plattform, haben sich jede Menge Studenten, Rentner und Hausfrauen bei mir gemeldet, die es gar nicht erwarten konnten, Shae kennen zu lernen. Ich war wirklich begeistert!

Zuerst habe ich meinen Mops einer ganz tollen Studentin anvertraut, die ihn einige Tage die Woche nehmen konnte. Dann habe ich noch ein Rentnerpärchen gefunden, dass Shae die übrige Zeit betreut. So habe ich immer noch eine Möglichkeit, falls einer mal ausfällt. Zu mehr Pflegeeltern für deinen Hund rate ich dir allerdings nicht. Denn für den Hund ist es auch verwirrend, wenn er ständig herumgereicht wird.

Nach einigen Anfangsschwierigkeiten (Mein Hund weint auch in Gesellschaft anderer, sobald ich nicht da bin), hat sich Shae aber super in ihren Gastfamilien eingelebt. Hier weiß ich, dass mein Hund in tollen Händen ist und genau so viel geknuddelt und verwöhnt wird, wie bei mir J. Sie gehört dort mit zur Familie dazu und ist nicht nur eine Nummer in einem Zwinger.

Was die Kosten angeht, musst du das natürlich individuell abklären. Es kommt auch sicher noch mal auf den Hund an, ob dieser sehr anspruchsvoll ist und viel Arbeit macht, oder – wie Mopsdame Shae – die meiste Zeit schläft. 10 bis 15 € pro Tag sind hier sehr realistisch. Und ist der Hund den ganzen Monat zu Gast, so kann man vielleicht auch eine Pauschale abbmachen. Natürlich ist das kein großer Verdienst, aber auf den Monat gesehen kommt da doch ein bisschen was zusammen und es muss immer noch finanzierbar sein. Wichtig ist, dass du jemanden findest, der sich nicht an deinem Hund bereichern möchte, sondern glücklich ist, eine Fellnase bei sich zu haben. Dann weißt du auch, dass es deinem Hund wirklich gut geht.

Auto

Auch dein Auto ist eine Option, während du mit deinem Hund das Alleinsein übst und vermeiden willst, dass er alleine Zuhause bleiben muss. Vorausgesetzt natürlich, es ist ihm zumutbar alleine im Auto zu bleiben.

Während du kürzeren Terminen nachgehst oder deine Einkäufe tätigst, kann dein Hund alleine im Auto bleiben. Es ist einem Hund durchaus zumutbar, 2 Stunden im Auto zu sitzen. Natürlich nur, wenn das Wetter mitspielt. Ist es zu warm oder zu kalt, ist dies keine Option!

Da Shae im Auto zwar relativ entspannt ist, manchmal aber auch hier ein bisschen jammert, hänge ich, wenn sie alleine ist, ein Schild an die Autoscheibe. Dort steht drauf, dass es ihr gut geht, sie nur ein bisschen trotzig ist. Wenn sich dennoch jemand Sorgen macht, kann er mich auf meinem Handy erreichen. Somit bin ich im Notfall erreichbar, vermeide aber auch, dass irgendwelche Helden mein Auto aufbrechen, weil sie denken dass es dem Hund – der nur mal gerade wieder ein bisschen rumspinnt – schlecht geht.

Ich wünsche dir viel Erfolg dabei, deinen Hund ans Alleinsein zu gewöhnen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es echt schwere Momente geben kann. Ich saß wirklich oft verzweifelt zuhause. Aber wenn ich dann in die großen Augen meiner kleinen Maus geschaut habe, war klar, dass ich für meinen Hund alles tun würde. Aufgeben war keine Option! Mittlerweile hat sie sich bei Ihren Pflegeeltern gut eingelebt. Wir machen ständig kleine Fortschritte und alles ist wesentlich entspannter. Vor drei Monaten war das noch nicht denkbar!

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