Mit Hund in Belgien

Reisetagebuch eines Mopses: Brügge sehen ohne zu sterben

Ich merke ja immer direkt, wenn was im Busch ist. Die Madame flattert seit 2 Stunden wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Wohnung. Aus dem Abstellraum hat sie den komischen Kasten genommen und packt da kreuz und quer irgendein Zeug rein. Natürlich weiß ich, was das bedeutet: Urlaub. Zumindest für einen von uns. Ja, man solle es nicht glauben, aber der „Koffer“, wie man das wohl nennt, bedeutet für mich nicht immer Gutes.

Es gibt da genau genommen zwei Möglichkeiten. Entweder werde ich für einige Tage abgeschoben OOOOODER ich bekomme 24/7 Aufmerksamkeit. Leider ist es mir noch nicht gelungen, das im Vorfeld genau zu erschließen. Ich musste auch schon die tragische Erfahrung machen, dass auch mein Köfferchen gepackt wurde, ich voller Erwartung mit ins Auto steige – und kurzer Hand schon nach wenigen Fahrtminuten abgesetzt werde. Um dies zu vermeiden, lasse ich die Madame also jetzt erstmal nicht aus den Augen. Wobei wahlweise noch die Möglichkeit besteht, den Wohnungseingang in Beschlag zu nehmen – ich wechsle da ein bisschen ab. Nicht dass sie mich noch vergisst.

Und siehe da: Sie hat wohl gecheckt, dass Wegfahren ohne mich dieses Mal nicht drin ist. Denn schließlich gibt es genug Gründe, warum du mit Hund reisen solltest!

Es geht nach Belgien. Ich rede mir ein, dass wir einen Kompromiss zwischen dem von mir so sehr geliebten Strand und den eher öden Städtebesichtigungen finden. Spoiler Alert: Finden wir nicht.

hundefreundliches Hotel - Hotel Fleur de Lys in Belgien

Willkommen im Herrenhaus Fleur de Lys

Nach etwa 4 Stunden Fahrt biegen wir von der Straße ab, fahren durch ein riesiges Tor, die Einfahrt zu einem noblen Herrenhaus hinauf. Ich muss sagen, da hat die Madame auf den ersten Blick Katze im Hotel Fleur de Lyseine sehr gute Wahl getroffen. Auch der Eingangsbereich ist geschmackvoll – gerade angemessen für einen Mops von Welt wie ich es bin. Das lasse ich mir gefallen. Doch dann der Schock: Begrüßt werden wir von Mini, der Eigentümerin. Einer KATZE. Gefolgt von ihrem Lakaien Marco, der uns demütig die Schlüssel für unser Gemach überreicht und sich dabei nicht traut, seine Dienstherrin anzuschauen. Armer Kerl, ich fühle mit ihm. Auch wenn ich die Tyrannei, der er Tag für Tag unter der Katze ausgesetzt ist, nur erahnen kann.

Nun gut. Ich kann mich nicht jedem schweren Schicksal annehmen und stolziere erhobenen Hauptes die Treppe zu meinem Gemach hoch, während die Madame die Koffer hinter mir herschleppt. Was die schon wieder alles dabei hat… Ein Blick, die Galerie nach unten, um mich zu versichern, dass die Katze nicht folgt, erinnert mich an meine Höhenangst. Jetzt auf keinen Fall Schwäche zeigen und im wahrsten Sinne des Wortes auf das niederträchtige Geschöpf herabblicken.

Das Zimmer im Hotel Fleur de Lys hat, genau wie der Rest des Hotels, jede Menge Charme. Ich fühle mich wie eine Prinzessin in meinem Gemach. Hier bin ich nicht nur geduldet, sondern herzlich willkommen!

Brügge – das Venedig Belgiens mit Hund

Mit Hund in BrüggeDas Hauptziel unserer Reise ist Brügge. Die Madame wollte schon ewig in das Venedig Belgiens und ab und zu muss ich ja auch ihr mal was Gutes tun. Ihr hättet mal sehen müssen, wie ihre Augen funkelten, als wir durch die mittelalterlichen Gassen schlenderten. Ich habe da ja nicht so ein Auge für. Meine Aufmerksamkeit galt eher den Pferden, die die Touristen durch das Städtchen kutschierten. Das würde ich mir ja auch gefallen lassen, aber die Madame war zu geizig. Stattdessen schleppte sie mich auf ein kleines Boot (Hunde sind hier erlaubt, sofern sie größenmäßig das Boot nicht zum Kentern bringen) und wir begutachteten die Schönheit der Stadt vom Kanal aus. Mein Verhältnis zu Wasser ist bekanntlich nicht das Beste, und so war ich während der Fahrt eher damit beschäftigt, den Filmtitel „Brügge sehen und sterben“ aus dem Köpfchen zu verbannen. Hat geklappt, wir leben noch und wenn ich mir das zufriedene Gesicht der Madame anschaue, bin ich mir sicher: Brügge, wir kommen wieder!

Belgien mit Hund

Nach 1,5 Tagen in Brügge verbrachten wir den Rest unseres Belgien Aufenthalts in Ostende, was uns weniger gut gefallen hat. Dann ging es noch ins wunderschöne De Haan und an den Strand von Zeebrugge.

Insgesamt ist Belgien sehr hundefreundlich. Besonders in Brügge, wo wir uns hauptsächlich aufgehalten haben, waren Hunde in den meisten Restaurants und Geschäften erlaubt und ich wurde meist angemessen begrüßt. Ende März war die Stadt auch nicht zu überlaufen, weswegen ich leider auf den Komfort des Getragenwerdens verzichten musste.

Hundestrände Belgien

Belgien ist insgesamt sehr hundefreundlich und auch der Strandbesuch ist hier kein Problem.

  • Strand Zeebrugge: Das nennen wir mal einen Hundestrand! Am Strand von Zeebrugge sind Hunde ganze Jahr über willkommen. Leinenpflicht herrscht vom 15. März bis 15. Oktober. Wir waren Ende März aber ziemlich alleine am Strand und Shae konnte flitzen.
  • Hundestrände De Haan: An allen bewachten Strandabschnitten sind Hunde zwischen 01. Juni und 15. September nur vor 10 Uhr und nach 19 Uhr erlaubt. An allen unbewachten Badestellen sind die treuen Vierbeiner das ganze Jahr über erlaubt. Grundsätzlich herrscht – soweit nicht anders ausgewiesen – Leinenpflicht. Wir waren Ende März mittags ohne Leine am Strand direkt bei de Haan und haben viele Artenossen ebenfalls ohne Leine getroffen.
  • Hundestrand Ostende: Zwischen 1. Oktober und dem Beginn der Osterferien sind Hunde in Ostende an jedem Strand erlaubt. Ganzjährig gibt es auch eine ausgewiesene Badestelle für Hunde. Am Strand von Havemaandijk sind Hunde nur in den Osterferien, im Juli und August verboten. Sind die Strände für Hunde ausgewiesen, besteht hier auch keine Leinenpflicht.

Hundestrand Zeebrügge

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