Mein Hund hat Trennungsangst

Mein Hund hat Trennungsangst – wenn Alleinsein zur Qual wird

Nachdem ich das Buch „Entspannt Allein“ regelrecht verschlungen habe musste ich mir eines eingestehen: Mein Hund hat Trennungsangst. Es geht hier nicht um „mein Hund muss sich ans Alleinsein gewöhnen“. Jedes Mal, sobald ich aus der Tür gehe, leidet Shae Höllenqualen. Ich kann nicht sagen, ob das schon immer so ist oder nur daran liegt, dass sie bereits einmal ihre Bezugspersonen verloren hat. Wer sagt ihr denn, dass ich wieder komme, wenn ich sie alleine lasse?

Mein Hund hat Trennungsangst

Immer dann, wenn ich meinen Hund also alleine lasse, erleidet er ein regelrechtes Trauma. Und das bedeutet auch, dass jeder Fortschritt dahin ist. Es heißt also absolut zu vermeiden, den kleinen Mops alleine zu lassen. Und von nun an üben, üben, üben.

Wieso kann mein Hund nicht allein bleiben?

Mein Hund hat Trennungsangst, das ist mir nach der Lektüre des Buches „Entspannt alleine“ klar geworden. Doch es gibt noch andere Gründe, weshalb Hunde nicht alleine bleiben können. Für dein weiteres Vorgehen ist es unbedingt nötig, dass du herausfindest, warum dein Hund nicht alleine bleiben kann!

Alleine bleiben – eine Frage der Dominanz?

Ursprünglich bin ich zum Beispiel von einem Dominanz Problem ausgegangen. Meine Meinung war, dass Shae mich nicht vollständig als Alpha Tier akzeptiert hat. In diesem Fall ist es nicht ungewöhnlich, dass sie laut wird, sobald ich nicht in ihrer Nähe bin. Sie  macht sich quasi Sorgen um mich. Schließlich ist sie – zumindest in ihren Augen- für mich verantwortlich. Wie soll ich armer, kleiner Mensch in der freien Wildbahn ohne sie überleben? Dass ich das eigentlich ganz gut hin bekomme, ist dem Hund in diesem Fall nicht klar.

Ich ging also davon aus, dass Shae und ich nur unseren Machtkampf lange genug austragen mussten, ich am Ende als Sieger aus der Schlacht gehen würde und die Probleme mit dem Alleinsein sich quasi in Luft auflösen. Das Buch hat mich aber dazu gebracht, die Situation zu analysieren.

Alleine Zuhause ist langweilig

Auch Langeweile kein ein Grund sein, weshalb ein Hund nicht alleine bleiben kann. Dies äußerst sich jedoch weniger in panischem Bellen und Jaulen. Wenn ein Hund zum Beispiel eher monoton vor sich hin bellt, kann das ein Zeichen von Langeweile sein. Bei Shae habe ich das auch schon beobachten, wenn sie alleine im Auto war. Ich habe sie von weiten schon jammern gehört. Als ich unbemerkt ans Auto herangeschlichen bin, konnte ich jedoch sehen, dass sie nicht im Auto auf und nieder geht, wie sie das Zuhause macht. Sie lag hingegen seelenruhig auf dem Sitz und jammerte vor sich hin. Das kann ich definitiv nicht als Angst interpretieren. Vielmehr als Langeweile oder Protest.

Diagnose: Mein Hund hat Trennungsangst

Mittlerweile ist für mich ist das Ergebnis, dass Shae ihren Aufstand nicht macht, weil sie sich um mich sorgt, auch nicht, weil ihr langweilig ist. Für sie ist es einfach ganz schrecklich, allein zu sein. Mein Hund leidet unter Trennungsangst.

Trennungsangst bei Hunden ist im Übrigen gar nicht so ungewöhnlich. Sie soll verhindern, dass sich Welpe und Elterntier zu weit voneinander entfernen und sich dann womöglich nicht mehr wieder finden. Ob jetzt Shae die Rolle des Welpen einnimmt, der seine Mutter – ja, mich – sucht, oder ob es eher umgekehrt ist, dass Shae sich in der Mutterrolle (hier wären wir wieder bei der Dominanz Sache) sieht und panisch nach seinem Welpen – ich sehe mich eher weniger in der Welpenrolle aber ziehen wir es mal in Betracht – ruft, ist beides denkbar.

Die Diagnose ist also gestellt, doch wie geht es weiter?

Nach meiner Recherche ist mir nun also klar, dass Shae Trennungsangst hat und nicht nur eine Show abzieht, um mich zuhause zu halten. Doch was mir nicht klar ist, ist in welcher Rolle sich Shae sieht. Ist sie der Welpe oder das Muttertier?

Nach meiner Meinung ist das letztendlich für das weitere Vorgehen nicht allzu wichtig. Sieht sie sich als Muttertier – übernimmt mein Hund in unserer Beziehung also die Rolle des Alphatieres – so gilt es, diesem Verhalten auf jeden Fall entgegenzuwirken. Ist sie der Welpe, dann muss ich eher mit meinem Hund das alleine lassen üben – sprich ich gehe gefühlte 100 Mal am Tag aus der Tür und steigere die Zeit, die sie alleine bleiben muss. In meinem Verständnis muss ich aber ohnehin beides tun. Sieht sie sich als Welpen, so sollte ich mich dennoch wie ein Alpha Tier verhalten, damit es da auch später keine Missverständnisse zwischen uns gibt. Sieht sie sich als Alpha Tier, so muss ich dies dringend ändern, gleichzeitig schadet das Üben wie bei einem Welpen aber auch nichts, gehört vielleicht sogar zu unserem Machtkampf mit dazu.

Trennungsangst: Die Erkenntnis dank Kamera

Ich habe übrigens eine Kamera aufgestellt, um herauszufinden, was mein Hund durchmacht, wenn er alleine ist. So konnte ich genau sehen, wie sie sich verhält, wie es ihr geht. Das Ergebnis war für mich schockierend, hat mir jedoch auch sehr weitergeholfen. Ich weiß jetzt, wo ich dran bin und dass ich auf keinen Fall möchte, das Shae so weiter leidet. Ich kann dir nur raten, ebenfalls zur Kamera zu greifen. Denn dann hast du gewissheit und musst dich nicht auf die Berichte deiner Nachbarn oder spätere Resultate in deiner Wohnung verlassen.

Ich weiß jetzt bereits, dass mein Hund nicht alleine bleiben kann, und ich weiß, wieso. Doch nun gilt es, dies zu ändern.

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