Loki ein Herzensbrecher auf Weltreise

Loki – ein Herzensbrecher reist um die halbe Welt

Eigentlich sollte an dieser Stelle ein ganz anderer Text stehen und ich habe lange überlegt, ob ich überhaupt darüber schreiben soll. Jetzt steht für mich fest, dass ich darüber sogar schreiben muss.

Vor etwa zwei Monaten ist Loki bei uns eingezogen. Ein großer Bruder für Shae und ein absoluter Herzensbrecher.

Der kleine Japan Chin Mix ist um die halbe Welt gereist, um ein Zuhause zu finden. Loki lebte auf den Loki und Shae zuhauseStraßen von Peking, bis ihm der Little Adoption Shop ein Dach über dem Kopf schenkte. Aber hier war für Loki noch lange nicht Endstation. Ein richtiges Für-Immer-Zuhause für den kleinen Charmeur mit den großen Augen sollte her und so packte Loki seine Koffer und flog nach Deutschland.

Kurz ein Abstecher nach Karlsruhe, dann ging es ein Weilchen in die Eifel und schlussendlich fand Loki sein Zuhause hier bei uns in Trier. Shae und ich haben ihn sofort in unser Herz geschlossen. Zugegeben, ich wohl mehr als Shae, die nicht so begeistert war, dass die Aufmerksamkeit nicht mehr ganz ihr alleine gehörte. Aber irgendwann musste sie sich eingestehen, dass so ein großer Bruder auch was ganz Tolles ist und Liebe wohl das Einzige ist was wächst, wenn man es teilt. Mal ganz abgesehen davon ist es auch viel spaßiger zu zweit Unfug zu machen als alleine.

Von Tornados und Samtpfoten

Loki ist ein wahrer Herzensbrecher. Auf Samtpfoten trabt er zur Begrüßung ganz elegant auf mich zu. Daneben, davor, dahinter… eigentlich überall Shae, die eher wie ein Tornado durch den Raum fegt und in ihrer Aufregung alles niederreißt, was ihr in den Weg kommt. Während ich sie in ihrer Hektik kaum zu fassen bekomme – gerade hat sie beim unkontrollierten Hochspringen meine Strumpfhose zerstört – macht Loki ganz vorsichtig Männchen und legt seine Pfoten behutsam auf meine Oberschenkel. Ich weiß, wenn ich mich jetzt hinknie, dann legt er die Pfoten auf meine Schultern und umarmt mich. Kann ich leider nicht machen, sonst hab ich Shaes Zähne im Gesicht. Für sie ist vorsichtig ein Fremdwort.

Loki Japan ChinDie zwei könnten verschiedener nicht sein und passen doch so perfekt zusammen. Mein kleines schwarz-weiß Gespann, das sich nach und nach immer besser zusammenrauft.

Loki ist ein einfach ein Goldstück. Ich spreche seine Sprache nicht, aber er lernt meine umso schneller. Natürlich weiß er noch nicht, was ich von ihm will, wenn ich „sitz“ sage, oder „hier“. Sollte er so etwas je gelernt haben, dann in einer Sprache, die ich nicht spreche. Aber Loki ist das ganz egal. Er ist nachsichtig mit seiner neuen Mama. Ich rede auf ihn ein, er legt sich hin und schaut mich wartend an. So als wollte er sagen: „Ist schon ok! Bis du gelernt hast dich verständlich auszudrücken, warte ich einfach hier! Ich habe Zeit, ich bleibe ja!“.

Das Ende des Sommers

 

Die lange Reise ist dem kleinen Pekinesen etwas auf den Magen geschlagen, so dachten wir. Nach der ohnehin nötigen Quarantäne, bevor Loki China verlassen durfte – Hunde aus dem Tierschutz werden auf Herz- und Nieren geprüft, bevor sie das Land verlassen –, musste Loki zahlreiche Tierarztbesuche und auch Klinikaufenthalte über sich ergehen lassen. Aber auch das hat der kleine Kämpfer tapfer durchgestanden.

Die Diagnose war eine sehr hartnäckige Magenschleimhautentzündung. Doch trotz allen Versuchen gab es keine Besserung. Loki behielt das Futter nicht bei sich oder fraß erst gar nicht, weil ihm so übel war.

Es ging ihm mit der Zeit besser. Er konnte die letzten warmen Sommertage an der Mosel genießen, hat die Altstadt von Trier bei Nacht erkundet und viele Kuschelstunden auf der Couch genossen. Auch weiß Loki jetzt, wie schön ein romantischer Abend mit Kerzenschein ist.

Aber so richtig fit wurde er leider nicht. Das Problem war mittlerweile klar: Durch die Entzündung ist der Magenausgang zugeschwollen und der Magen kann sich nicht richtig entleeren. Nur eine kleine OP war nötig, eine kleine OP und Loki kann sein Futter wieder genießen.Loki aus Peking

Doch dann kam leider alles anders als erwartet. Die Magenschleimhautentzündung war nur die Spitze des Eisbergs. Loki hatte einen großen, inoperablen Tumor im Magen, der den Magenausgang versperrte. Trotz zahlreicher Tests, Ultraschall und Endoskopie konnte dies leider erst während der OP festgestellt werden.

Jetzt darf Loki schlafen. Er hat keine Schmerzen mehr und darf Träumen von seinem Zuhause, Kuschelabenden und all den Menschen, die ihn so sehr geliebt und ihn auf seinem Weg begleitet haben!

Wir vermissen dich!

Ich möchte mich bei allen bedanken, die Loki so sehr unterstützt haben. Dem Little Adoption Shop, der Loki die Reise in ein besseres Leben ermöglicht hat. Danke Romy, dass du mir Loki anvertraut hast, ich weiß, es war nicht einfach den Kleinen herzugeben. Und danke dir und Nina, dafür dass ihr die ganze Zeit da wart und es auch immer noch seid.

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