Kann ein Hund alleine bleiben

Kann mein Hund alleine bleiben?

So gerne wir unsere heißgeliebten Vierbeiner auch um uns haben, manchmal gibt es Situationen, da muss unsere Hund alleine bleiben. Sei es wegen der Arbeit, einem ganz normaler Lebensmitteleinkauf, ein Besuch im Kino, ein Abend im Club – überall hier kann unser Hund nicht mit.

Kann ein Hund alleine bleiben

Aber kann ein Hund überhaupt alleine bleiben? Grundsätzlich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn der Hund auch mal ein paar Stunden alleine zuhause oder im Auto sitzt. Wie lange wirklich ok ist, liegt wohl im Auge des Betrachters und ist sicher auch von Hund zu Hund unterschiedlich.

Entscheidend ist aber, ob DEIN Hund überhaupt alleine bleiben kann. Manche Hunde überstehen ganz problemlos einen ganzen Arbeitstag alleine Zuhause. Ob das jetzt vertretbar und gut für den Hund ist oder nicht, darüber möchte ich hier nicht diskutieren.

Manche Hunde können nicht alleine bleiben. Manche Hunde bellen, jaulen gar wie Wölfe, sobald sie alleine sind. Andere zerstöre alles, was ihnen in die Quere kommt. Wieder andere verletzten sich sogar selbst, denn sie versuchen, aus der vermeintlichen Isolation zu entkommen und gehen damit wortwörtlich mit dem Kopf durch die Wand. Bei manchen reicht es aus, wenn Herrchen oder Frauchen außer Sicht- bzw. Hörweite sind und das Drama ist groß. Dabei sind Zerstörung und genervte Nachbarn nur die Spitze des Eisbergs, denn der Hund leidet in diesen Fällen schrecklich.Egal, wie es sich äußert, dass der Hund nicht alleine bleiben kann: Es ist ein Problem für dich und deinen Hund!

Wie erkenne ich, ob mein Hund alleine bleiben kann?

Doch beginnen wir beim Anfang. Wie erkenne ich überhaupt, ob und wie lange ich meinen Hund alleine lassen kann?

Der Krachmacher

In manchen Fällen ist es ganz offensichtlich, ob ein Hund alleine bleiben kann oder nicht. Schließt du die Tür und er wird sofort laut, dann kann er es offensichtlich nicht.

Der einsame Zerstörer

Kommst du zurück nach Hause und alles ist zerstört, dann kann dies ebenfalls ein Zeichen dafür sein, dass dein Hund nicht alleine bleiben kann. Hier müsstest du unterscheiden, ob die Zerstörung auf Grund geschah, weil der Hund alleine war, oder ob deine Hund Kissen und Co. auch in einem unachtsamen Moment während deiner Anwesenheit zerstört hätte. Ist Letzteres der Fall, dann solltest du den Raum, in dem dein Hund sich befindet, während er alleine ist, entsprechend so ausstatten, dass du bei der Rückkehr keine böse Überraschung erlebst.

Treten solche Zerstörungen aber nur dann auf, wenn dein Hund alleine ist, dann kann diese bedeuten, dass er nicht alleine bleiben kann. Gründe hierfür können Langeweile oder auch Trennungsangst sein. Während du bei Langeweile meist relativ schnell eine Lösung finden kannst, kann der Weg bei Trennungsängsten noch sehr steinig werden.

Der Essensverweigerer

Du stellst deinem Hund Futter hin und es steht am Abend noch quasi unberührt da? Auch das kann ein Zeichen dafür sein, dass es deinem Hund nicht gut geht, wenn er alleine ist. Denn ein Hund in einer Stresssituation denkt in der Regel an alles, aber sicher nicht ans Fressen.

Der Heimscheißer

Ein weiterer Hinweis können Ausscheidungen sein. Diese sind nicht immer ein Zeichen dafür, dass der Hund nicht aushalten konnte. Shae beispielsweise setzt, wenn sie Angst alleine zuhause hat, schon innerhalb kurzer Zeit einen Haufen vor die Tür. Ist der Haufen jedoch in irgendeiner Ecke, dann kam dieser vermutlich eher weniger aus Panik, sondern weil sie nicht mehr aushalten konnte. Ganz schlimm wird es, wenn sie vor lauter Aufregung auch noch durch den Haufen gerannt ist und alles verschmiert hat. In einer entspannten Situation würde ihr das nicht passieren! Auf das Thema Stubenreinheit werde ich aber später in einem anderen Artikel noch mal eingehen.

Tipp: Mit einer Kamera erkennst du, ob dein Hund alleine bleiben kann:

Auch wenn es keine sichtbaren oder hörbaren Probleme gibt, kann dein Hund leiden, wenn du ihn alleine lässt. Finde heraus, ob dein Hund alleine bleiben kann, in dem zu eine Kamera aufstellst. So kannst du später beobachten, wie sich dein Hund verhält, wenn er alleine ist und ob er entspannt alleine bleibt oder es für ihn doch eher ein Problem ist.

Über die Kamera kannst du natürlich auch sehen, wie lange dein Hund alleine bleiben kann. Gibt es bereits in den ersten Minuten Probleme? Wird ihm mit der Zeit langweilig und er fängt nach einer Stunde an zu bellen oder Dinge zu zerstören? Wenn er einmal anfängt zu bellen / zerstören, hört er dann wieder auf oder bleibt er dabei? Vielleicht bellt dein Hund auch aus Protest sobald du zur Tür raus gehst, aber nach 5 Minuten ist alles still? All das, was du nicht mitbekommst, weil du ja nun mal weg bist, kann dir die Kamera zeigen.

Ich habe lange gezögert, eine Kamera aufzustellen. Warum auch, mir war schließlich bewusst, das Shae laut wird?! Im Endeffekt war es aber ein sehr wichtiger Schritt. Über die Aufnahmen konnte ich erkennen, wie schlecht es ihr wirklich geht. Ich war wirklich schockiert und es hat mir das Herz gebrochen. Mir war sofort klar: So sehr soll sie nicht noch mal leiden. Es ist etwas anderes, ob dir Nachbarn davon berichten oder du es live sehen kannst. Außerdem kannst du bei wiederholten Aufnahmen vergleichen, ob dein Hund mittlerweile besser alleine bleiben kann bzw. ob es Änderungen in seinem Verhalten gibt.

Im folgenden Video siehst du, wie es Shae wirklich geht, wenn sie alleine ist!

Mein Hund kann nicht alleine bleiben

Shae gehört zu den Hunden, die nicht alleine bleiben können. Sie ist kein Zerstörer, dafür heult mein Hund wie ein Wolf, sobald ich die Wohnung verlasse (Aus dem Blickfeld darf ich mich mittlerweile bewegen, wir haben also unsere ersten Erfolge schon erzielt, dazu aber später mehr). So lange sie alleine ist, kommt sie nicht zur Ruhe. Sie läuft auf und ab, springt an der Tür hoch und ist dabei schrecklich laut. Wenn es sein muss stundenlang.

Da ich Vollzeit arbeite und auch sonst ab und an mal ein Leben ohne Hund brauche – hört sich böse an, aber wie schon gesagt: Überall kann sie nicht mit hin – beschäftige ich mich nun bereits seit einiger Zeit mit dem Thema Hund & alleine bleiben und möchte euch von Shae und meinen Erfahrungen und Erfolgen berichten.

Eines vorweg: Es hat ein bisschen gedauert, bis ich überhaupt in der Lage war, die Situation zu überblicken, bzw. zu verstehen, wieso Shae nicht alleine bleiben kann. Anschließend ging es dann um das eigentliche Alleinsein bzw. darum, den Hund ans Alleinsein zu gewöhnen.

Wie alles begann

Ich werde etwas ausholen, um die Situation besser verständlich zu machen.

Ich habe meinen Hund mit etwa 11 Monaten zu mir geholt. Shae und ich waren von Anfang an unzertrennlich. Was mich erst total glücklich machte, denn davon ging ich bei einem Hund, der gerade zum zweiten Mal das Zuhause gewechselt hat, nicht aus. Sie wich mir von Beginn an nicht von der Seite. War ich nur kurz außer Sichtweite, fing sie an zu weinen.

Sie muss sich ans Alleinsein gewöhnen

Bereits nach wenigen Tagen hieß es für mich zurück zur Arbeit. Shae musste nun zeitweise alleine zuhause bleiben. Ihr Platz war dann die Küche.

Sobald ich die Küchentür hinter mir zumachte, fing das Jammern an. Mein Hund bellte, sobald er alleine war, winselte und heulte wie ein Wolf. Ja, auch ein kleiner Mops kann richtig laut werden.

Die ersten Tage hat Shae die ganze Zeit gejault, wenn sie alleine war. Später war es, nach Angaben der Nachbarn, nur noch zeitweise, zwischenzeitlich aber auch noch mal schlimmer. Sie muss sich halt einfach ans Alleinsein gewöhnen – das war meine Einstellung und meine Sorge galt eher den Nachbarn, als meinem Hund. Wie ich mittlerweile weiß, war diese Einstellung absolut falsch!

Shae, mein Schatten

Als ich aus der WG in eine eigene Wohnung gezogen bin, musste mein Mops wesentlich länger alleine bleiben, als zuvor. Das Jammern war immer noch da – sie hatte sich also nicht gewöhnt – und ich befürchtete schon, dass mir schnell die neuen Nachbarn im Nacken sitzen, wenn ich mit Störenfried Shae als Mitbewohnerin einzog.

Ich hatte mir zwei Wochen freigenommen, denn ich wollte Shae an ihre neue Umgebung und das Alleinsein gewöhnen.

Mittlerweile war ich es gewöhnt, dass Shae mir wie ein Schatten folgte. Ich kam mir wie in einem Horror Film vor: Sobald ich mich bewegte, hörte ich hinter mir das leise Tippeln der Hundepfoten.

Entspannt Alleine - Mein Hund kann nicht alleine bleiben

Wie bringe ich meinem Hund bei, alleine zuhause zu bleiben, wenn er sich nicht mal einen Meter von mir entfernt? Ich hatte mir das Buch „Entspannt allein“ von Kristina Falke und Jörg Ziemer gekauft. Mein Hund sollte endlich lernen, alleine zu bleiben. Ich glaube nicht, dass Shae das Buch bis heute gelesen hat, ich dafür aber umso genauer. Ursprünglich war es mein Ziel, meinen Hund ans Alleinsein zu gewöhnen. Ich dachte, ein paar Tipps und Tricks würden genügen, und schon bleibt Shae entspannt zuhause.

Nicht nur meine Nachbarn leiden, sehr viel schlimmer leidet mein Hund, wenn er alleine ist!

Das Buch hat mir ganz neue Einblicke in die Situation gegeben: Nicht nur meine Nachbarn leiden, sehr viel schlimmer leidet mein Hund, wenn er alleine ist! Und das steht für mich absolut an erster Stelle. Das Alleinbleiben war also ein wirklich ernstzunehmendes Problem.

In den folgenden Artikeln geht es darum


Hinweis: Ich möchte hier nicht für das Buch „Entspannt allein“ werben. Ich habe auf Amazon nach einer Lektüre gesucht. Wieso ich mich letztendlich für dieses Buch entschieden habe, kann ich nicht mehr wirklich sagen. Die Bewertungen waren gut und vermutlich hat mich das Cover angesprochen. Ich bin inhaltlich mit dem Buch sehr zufrieden. Bestimmt gibt es aber auch noch viele andere Bücher, die diesem in keinster Weise nachstehen. Sollte ich mir weitere Bücher dieser Art zulegen, dann werde ich auch darüber berichten.

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