Hilfe mein Hund ist weg - wenn der Hund entlaufen ist

Mein Hund ist weg! Und Jetzt?

Was tun, wenn der Hund entlaufen ist?

Shae hat es jetzt bereits zum zweiten Mal geschafft zu flüchten. Und nein, es liegt nicht daran, dass ich nicht in der Lage bin, auf meinen Hund aufzupassen (kleine Rechtfertigung direkt zum Anfang ;-)). Ich brauche mir absolut keine Sorgen zu machen, dass mein Hund wegläuft. Das war zumindest immer meine Überzeugung. Shae ist so auf mich fixiert, dass sie sich in der Regel nicht aus meiner Sichtweite bewegt. Und damit liege ich auch ziemlich richtig. Was ich jedoch nicht bedacht habe: Shae kann nicht alleine bleiben, wie ich bereits berichtet haben. Entsprechend ist sie während der Woche täglich bei ihren Pflegeeltern. Ist das mal nicht möglich, bringe ich Shae bei Freunden unter, während ich auf der Arbeit bin.

Und genau da ist das Problem. Bei ihren Hundesittern lebt sie sich recht schnell ein. Sie ist brav, liebt die Aufmerksamkeit, aber sie hört nicht. Und sie ergreift jede Chance, um zu mir zurück zu kommen. In ihrem kleinen Köpfchen vermutlich total sinnig: Sie gehört zu mir und so lange sie dort nicht ist, ist sie falsch. Ganz heroisch und ohne Rücksicht auf Verluste – und vor allem ohne vor jeglichen stark befahrenen Straßen zurück zu schrecken – macht sich die kleine Fellnase auf die Suche nach ihrem Frauchen.

Bereits zweimal ist das vorgekommen, das mein Hund weggelaufen ist und vor allem das erste Mal – da war sie 6 Stunden weg, ist durch die gesamte Stadt gelaufen bis sie vollkommen erschöpft war – war für mich ein absoluter Albtraum.

Mein Hund ist weggelaufen, findet er zurück?

Der erste Gedanke, wenn ein Hund weggelaufen ist: Findet er zurück? Es mag einige Hunde geben, die ganz ohne Probleme den Weg nach Hause finden. Ich habe schon mit mehreren Hundebesitzern gesprochen, die keinen Gedanken daran verschwenden, wenn der Hund entlaufen ist. „Der kommt schon wieder, wahrscheinlich sitzt er gleich vor der Haustür und wartet auf mich!“, heißt es dann.

Bei Shae ist das definitiv nicht der Fall. Da wir in der Stadt wohnen und viel mit dem Auto unterwegs sind, damit sie sich auf irgendwelchen Feldern oder im Wald austoben kann, bin ich mir nicht mal sicher, ob mein Hund weiß, wo er wohnt.

Natürlich habe ich mir schon überlegt, häufiger in der Stadt mit ihr spazieren zu gehen, damit sie die Wege kennt. Letztendlich läuft sie aber ja nicht zuhause weg, sondern wo auch immer sie gerade ist. Daher ist das für uns eher keine Lösung.

Hund entlaufen – was tun?

Warten, bis der Ausreißer von seiner Tour zurückkommt, ist also keine Option. Doch was tun, wenn der Hund entlaufen ist?

Es ist unglaublich wichtig, den Hund schnellstmöglich zu melden – und zwar überall! Je mehr Leute davon erfahren, desto mehr Ohren und Augen hast du auf der Straße. 😉 Doch wo solltest du deinen vermissten Hund melden?

  • TASSO
  • Polizei
  • Soziale Netzwerke
  • Tierheim
  • Tierärzte

TASSO e.V.

Eine der wichtigsten Anlaufstellen ist TASSO. Der Verein erscheint vor allem dann auf der Bildfläche, wenn ein Tier entlaufen ist. Ein gechipter Hund – gilt natürlich auch für Katze – sollte sofort bei Tasso angemeldet werden. Im Verlustfall kann man dort den Ausreißer melden und er wird für andere Sichtbar in der Datenbank als vermisst angezeigt. Wird ein zugelaufenes Tier zum Tierarzt gebracht, dann kann der Chip ausgelesen werden und der Halter ist schnell gefunden.

Tierärzte & Tierheime

Wird ein entlaufender Hund gefunden, so wird er in den meisten Fällen beim nächsten Tierheim abgegeben oder zum Tierarzt gebracht. Aus diesem Grund ist es äußerst wichtig, dass genau diese Stellen Bescheid wissen und dich so schnellstmöglich über den Fund deines Hundes informieren können.

Polizei

Für mich ist die Polizei in diesem Fall wirklich ein absoluter Freund und Helfer. Ich habe Shae beide Male sofort bei der Polizei gemeldet. Beim ersten Mal wusste diese bereits vor meinem Anruf Bescheid, dass ein schwarzer Mops die Stadt unsicher macht. Ich wurde darauf hingewiesen, dass die Polizei natürlich nicht nach einem entlaufenen Hund fandet, sie mir aber gerne Bescheid geben, falls es weitere Informationen gibt.

Beide Male hat sich die Polizei jedoch trotzdem auf die Suche nach dem Ausreißer gemacht. Beim ersten Mal habe ich davon nur zufällig erfahren, als ich einer Streife über den Weg gelaufen bin und sie fragen wollte, ob sie zufällig meinen Hund gesehen hat. Leider nein, aber sie waren ebenfalls auf der Suche nach Shae, was mich unglaublich überrascht und sehr gefreut hat.

Beim zweiten Mal war die Polizei sogar noch hilfreicher. Wir waren ständig mit ihr in Kontakt und sie konnten uns immer wieder neue Hinweise geben, wo sich der kleine Mops gerade rumtreibt. Am Ende habe ich Shae am Moselufer aufgegabelt – gefolgt von zwei sehr netten Polizisten, die leider keine Chance hatten, den Ausreißer einzufangen, dafür aber auf Abstand hinter ihr her sind, um acht zu geben, dass sie nicht auf die Straße läuft. Ich war wirklich überwältigt von der Hilfe der Polizei und natürlich super glücklich, dass sie mir meine kleine Fellnase quasi in die Arme getrieben haben! Danke!

Soziale Netzwerke

Ich hätte es nie für möglich gehalten, wie hilfreich Soziale Netzwerke sind, wenn ein Hund entlaufen ist! Natürlich gab es sofort einen Post über den kleinen Ausreißer in meiner Facebook Chronik. Viel wichtiger aber noch war der Post in der Facebook Gruppe „Vermisste Tiere Trier & Umgebung“. (ähnliche Gruppen gibt es fast überall in Deutschland). Beide Posts wurden unglaublich häufig geteilt. Schon nach wenigen Minuten bekam ich erste Kommentare und Anrufe, wo Shae gerade gesichtet wurde.

Ich bin noch heute total platt, wenn ich daran denke, wie viele sich bei mir gemeldet haben – auch im Nachhinein um zu fragen, ob mein Hund wohlbehalten nach Hause zurück gekommen ist. Durch Facebook konnte ich Shaes Spur durch ganz Trier verfolgen. An dieser Stelle auch noch ein ganz großes Dankeschön an alle, die so sehr geholfen und auch mitgefiebert haben!

Auf der Suche nach deinem Hund – die Ausstattung ist wichtig

Dein Hund ist weggelaufen? Bevor du dich auf die Suche machst, ist es ganz wichtig, Ruhe zu bewahren und einige Vorbereitungen zu treffen. Hast du bereits die zuvor erwähnten Stellen informiert? Bist du für eine Suche gut ausgestattet, auch wenn es länger dauert?

Ich habe Shae 6 Stunden lang gesucht. Und glaubt mir, wenn sie dann nicht gefunden worden wäre, ich hätte weiter gesucht. Egal wie sinnlos es mir in dem Moment erschien, ich bin es ihr doch schuldig, nicht aufzugeben?!

Was du deshalb unbedingt brauchst

  • Festes Schuhwerk
  • Verpflegung
  • Leine & Halsband
  • Leckerlies
  • Zettel & Stift
  • Handy mit vollem Akku
  • Auto
  • Optimismus

Festes Schuhwerk & Verpflegung

Festes Schuhwerk erklärt sich wohl von selbst.  Es kann sein, dass du echt lange unterwegs bist und wer weiß, wo dich die Suche hinführt. Flipflops und Co. sind da nicht die beste Lösung.

Nimm dir auf jeden Fall was zu Trinken mit und am besten auch etwas zu Essen. Die Suche kann lange gehen und du wirst erschöpft sein. Kommt darauf an, wo dein Hund gesehen wurde, hast du vielleicht auch keine Möglichkeit, dir etwas zu Essen zu kaufen. Es ist aber wichtig, dass du genug Kraft hast. Sonst hilft es deiner Fellnase auch nicht weiter.

Leine & Halsband

Vermutlich ist dein Hund nicht unbedingt mit Leine weggerannt und trägt sie jetzt auf seinem Abenteuer brav vor sich her. Also auf jeden Fall an Leine und ggf. auch Halsband denken, damit du den Ausreißer sicher nach Hause bringen kannst, wenn du ihn erst wieder in deine Arme schließen konntest.

Leckerlies

Leckerlies können auch total wichtig sein, wenn du deinen Hund dann endlich gefunden hast. Es ist schließlich fraglich, was ihm so wiederfahren ist. Vielleicht hat er Angst und kommt nicht sofort freudig auf dich zu gerannt. Es kann helfen, wenn du also ein paar überzeugende Argumente in Form von Leckereien bei dir hast. Wenn du ein paar Helfer dabei hast, dann statte diese auch mit Leckerlies aus. Bei meiner Shae ist es so, dass es für jeden Fremden fast nicht möglich ist, sie einzufangen. Leckerlies können die Chancen dann extrem erhöhen. Sogar die Streifenpolizisten wurden mit Leckerlies versorgt.

Zettel & Stift

Sprich bei deiner Suche jeden an. Jeder Hinweis kann hilfreich sein. Ich habe so viele Leute angesprochen, die Shae tatsächlich gesehen haben – oder vielleicht später sehen werden. Gib ihnen Zettel mit deiner Handynummer. Denn nicht jeder hat ein Handy dabei und das Austauschen der Nummer nimmt unnötig viel Zeit in Anspruch. Zeit, in der du deiner Fellnase schon ein Stück näher kommen könntest.

Übrigens: Sprich vor allem die an, die viel Unterwegs oder viel an der selben Stelle sind: Postbote, Müllmänner, Bauarbeiter – ich musste feststellen, dass die meisten wirklich gerne helfen und die Augen und Ohren offen halten.

Perfekt ist natürlich auch, wenn du Suchplakate hast und diese direkt mit verteilst / aushängst. Falls du keine Plakate machen kannst, bietet die Tasso diese auch an. Dauert zwar ein paar Tage, bis sie da sind und um Idealfall ist der Hund bis dahin natürlich schon längst wieder zurück.

Für mich sind die Plakate nicht unbedingt der erste Schritt. Ich glaube, diese Zeit würde ich mir am Anfang sparen, um so schnell wie möglich zu suchen. Wenn es passieren sollte, dass der Ausreißer nicht am ersten Tag zurückkommt, dann sind die Plakate aber sicher eine große Hilfe.

Handy mit vollem Akku

Meine größte Hilfe auf der Suche nach meinem entlaufenen Hund war Facebook und entsprechend mein Handy. Ständig habe ich über die App neue Informationen über Shaes Aufenthaltsort erhalten. Ohne Facebook wäre ich also kaum weiter gekommen. Mal abgesehen von den Leuten, denen ich meine Nummer gegeben habe und denen, die mich bei der Suche unterstützt haben. Ein leerer Smartphone Akku war also das Letzte, was ich gebrauchen konnte. Hast du also zufällig auch noch eine Power-Bank zuhause, nimm sie mit!

Auto

So ein kleiner Mops, der kommt doch nicht weit! Von wegen! Shae hat bei ihrem ersten Abenteuer ganz schön viele Kilometer gemacht und auch ganz schön schnell. Ich will gar nicht wissen, was ein größerer Hund in so einer Zeit zurücklegen kann. Ich hatte viele Hinweise. Mein Problem: Ich war zu Fuß und entsprechend zu langsam. Bis ich irgendwo war, war Shae schon lange weg. Ideal ist es daher, wenn du bei der Suche ein Auto dabei hast und noch besser, wenn ihr wenigstens zu zweit seid. So kann einer im Auto auf Abruf warten, wenn der andere der neusten Fährte nachgeht.

Optimismus

Unverzichtbar: Optimismus. Ich weiß, das ist leicht gesagt und ich würde lügen, würde ich behaupten, ich wäre nicht am Boden zerstört gewesen. Ich habe nicht nur einmal irgendwo gesessen, Rotz und Wasser geheult und mir selbst Leid getan. Aber: Gebracht hat das nicht. Außer dass ich viel weniger Kraft hatte, weiter zu gehen. Aufgeben ist doch aber keine Option. Und auch wenn es nicht immer so aussieht: Die Chancen stehen gut, dass du deinen entlaufenen Hund bald wieder bei dir hast.

Ich habe schon häufig von Hunden gehört, die sogar ein paar Tage weg waren. Aber dennoch wieder zu ihren Besitzern zurück gefunden haben. Also optimistisch bleiben und nicht aufgeben!

Vorbeugen: So erschwerst du deinem Hund die Flucht

Es gibt natürlich keine totsichere Lösung, um deinen Hund vor dem Ausbüchsen abzuhalten. Aber du kannst es ihm definitiv erschweren und die eventuelle Suche erleichtern.

Geschirr statt Halsband

Wie viele andere Hunde vermutlich auch, hat Shae ganz schnell herausgefunden, wie sie sich aus dem Halsband befreien kann. Aus diesem Grund geht es nicht mehr ohne Geschirr zu den Hundesittern. Natürlich ist auch ein Geschirr nicht zu 100% ausbruchsicher, aber schwieriger ist es alle Male dort raus zu kommen und länger dauert es sicher auch.

Türen schließen

Natürlich kein totaler Geheimtipp, aber dennoch: Achte darauf, dass alle Türen geschlossen sind. Und bei einem Hund, der das Talent hat, Türen zu öffnen, sogar abgeschlossen. Das ist keine große Hexerei sondern erfordert lediglich etwas mehr Aufmerksamkeit.

Lieber einmal mehr Leine

Dein Hund nutzt wirklich jede Gelegenheit, um sich vom Acker zu machen? Dann sollte er häufiger an der Leine sein. Die Leine kann im Auto getragen werden, falls der Hund dir beim Aussteigen hinterher springt. In Situationen, bei denen er frei laufe könnte, du ihm aber nicht ganz traust, ist auch eine Schleppleine sinnvoll. Die kannst du irgendwo festbinden, und dennoch hat die Fellnase mehrere Meter Auslauf. Auch kannst du die Leine auf den Boden legen. Dann bist du immer noch schnell mit dem Fuß draufgetreten, wenn der Vierbeiner mal wieder Flausen im Kopf hat.

GPS Tracker

Es gibt GPS Ortungsgeräte für Hunde. Jedoch gibt es hier schwerwiegende Unterschiede. Ganz kleine Chips, in der Größe eines Einkaufsmärkchens, bieten meist nicht, was du dir erhoffst. Häufig sind die Beschreibungen auch so unverständlich, dass du gar nicht weißt, was dich erwartet. In vielen Fällen handelt es sich hierbei nur um einen Bluetooth Sender. Das funktioniert ganz gut, sobald wirklich sehr viele Menschen die zugehörige App verwenden. Ansonsten eher nicht, da die Reichweite eines einzelnen Bluetooth Gerätes nur wenige Meter beträgt. Ich habe schon Probleme, mein Handy im Schlafzimmer via Bluetooth mit der Anlage im Wohnzimmer zu verbinden, für einen Hund auf der Flucht ist das also eher keine Lösung.

Es muss schon ein richtiges GPS Gerät her. Eines, mit richtigem Akku, häufig auch mit Sim Karte oder einer App und monatlichen Gebühren, die auch wesentlich größer sind, als die kleinen Chips.

Ich habe mich für das GPS Gerät vom tractive entschieden und bin es aktuell am testen. Noch kann ich nicht viel dazu sagen, aber bald mehr und dann halte ich euch auf dem Laufenden.

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