Die Mopsphase

Die Mopsphase

Ich nenne es die „Mopsphase“. Der kleine Mops fliegt durch die Gegend. Unhaltbar, unkontrollierbar – vermutlich auch für sich selbst. Man sieht ihm den Schalk förmlich im Nacken sitzen. Kurzes Innehalten, freudiges Schwanzwedeln und dieser Blick der sagt: „Ich mach jetzt mein Ding. Ich find’s geil. Du kannst mit machen oder hast Pech.“

Die Mopsphase ist lustig. Keine Frage. Pure Lebensfreude, eine riesige Portion Frechdachs und jede Menge Adrenalin stecken in diesen Momenten. Ein Charakterzug, den ich an Shae absolut liebe. Aber im falschen Moment bringt sie mich zur Verzweiflung.

Und plötzlich ist sie da – die Mopsphase

Die Mopsphase ist oft nicht vorhersehbar. Sie ist einfach plötzlich da und genau so plötzlich liegt mein Hund wieder schlafend in der Ecke. Aber in diesen paaren Minuten, in der Mopsphase, geht es richtig rund. Shae springt über die Couch, wirft Kissen in alle Richtungen. Schnappt sich ein Kuscheltier, trägt es einige Schritte mit sich, lässt es fallen. Ab zum nächsten Spielzeug. Sie rennt schwanzwedelnd auf mich zu, ihr Gesicht strahlt förmlich vor Freude. Im letzten Moment schlägt sie einen Haken und ist weg. Taucht in einer anderen Ecke wieder auf, fordert mich zum Spielen auf. Manchmal rennt sie auch einfach nur unkontrolliert durch die Gegend, interessiert sich nicht für mich, aber ist absolut glücklich. „Shae, hier!“ – Rufen ist absolut sinnlos – der Mops hat jetzt keine Zeit.

Zeit für die Mopsphase

So richtig klar ist mir noch nicht, wann die Mopsphase auftritt. Manchmal einfach nur so, ohne äußere Einflüsse. Aber auch

  • Wenn Shae ängstlich ist
  • Wenn ich unsicher reagiere
  • Wenn sie nass ist (dringend auf Gremlin Blut testen lassen!)
  • Wenn sie etwas ganz faszinierend findet, was sie bisher nicht kannte

Mopsphase und es wird brenzlich

Doch was, wenn diese Mopsphase im falschen Moment auftritt? Draußen, gerade ohne Leine, und nicht auf einem riesigen Feld?!

Es gibt diese Situationen, da muss der Hund gehorchen. Da gibt es kein Wenn und kein Aber, denn es kann gefährlich werden. Zum Beispiel, weil sich ein Auto dort nähert, wo es nichts zu suchen hat. Weil ein angeleinter Hund kommt, mit dem nicht gut Kirschen Essen ist, der aber körperlich dem Mops absolut überlegen ist. Es gibt viele dieser Situationen. Und genau dann tritt die Mopsphase ein!

Liegt es an mir? Ist meine Stimmlage in dem Moment eine Spur zu aufgewühlt, vielleicht sogar hysterisch? Bringe ich den Mops aus der Fassung? Kann sein, muss aber nicht. Nur in genau diesem Moment ist mein Hund unabkömmlich, wenn nicht sogar unerreichbar.

Vielleicht ist sie nur 3 Schritte entfernt von mir – und doch komme ich nicht an sie ran. Mache ich einen Schritt vor, macht sie 10 zurück.

Einzige Chance in dem Moment: Kapitulation vortäuschen und weggehen. Wie schwer es doch sein kann, an den eigenen Hund heranzukommen. Und doch ist das der einzige Weg; der aber gerade in brenzlichen Situationen nicht möglich ist.

Und dann?

Die Welt um uns bleibt stehen – gezwungener Maßen und nicht im übertragenen Sinn. Es kann ja keiner weiter, wenn der Mops gerade außer Kontrolle ist. Und dann stehe ich da. Rede mit Engelsstimme und dann wieder kommandierend scharfem Ton auf meinen Hund ein, der vielleicht langsam eine Ahnung davon hat, dass es nicht cool ist. Aber so per Knopfdruck aus der Mopsphase raus, geht auch nicht.

Doch auch diese Mopsphase hat ein Ende… irgendwann. Und dann sind wir wieder das gewohnt coole Mensch-Hund-Team.

Meine absoluten Mopsphase Momente des Grauens

  • Im Fressnapf: Der Mops findet Boxen austesten uncool und macht sich mit gekonntem Sprung ab. Fang mal jemand ein windiges 6 kg Fellknäul mit richtig Feuer im Arsch, der zwischen den Regalen rum hüpft und sich mit Sicherheit nicht von Fremden anfassen lassen will.
  • Überfüllter Parkplatz: Ich weiß nicht wie, aber plötzlich steht der Mops neben mir auf dem vollen Parkplatz, anstatt im Auto zu sitzen. Ohne Leine… natürlich. Gewohnt cooles Kommando „Hop, rein“ stößt auf taube Ohren. Viel interessanter sind jetzt die Grünflächen um den Parkplatz. Und die erreicht man am besten, wenn man kreuz und quer über den Parkplatz jagt.
  • Pferdeweide (geht auch mit Kühen): Mein Hund liebt Pferde; Und möchte mit ihnen spielen – sie aber nicht mit ihm. Verständnis fehlt hier auf beiden Seiten. Während die Pferde gemütlich und möglichst ungestört grasen wollen, springt der Mops zwischen den beschlagenen Hufen rum und fordert fröhlich bellend zum Spielen auf. Ein hoch auf das ruhige Gemüt der Pferde.

Mops und Mopsphase - einfach unberechenbar

 

 

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